ZK/U Berlin

Zentrum für Kunst und Urbanistik

der arbeitsraum in der hfbk hamburg

Tauschen, Verschenken, Finden!

die Idee

Das Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) ist ein neuer, unabhängiger Denk- und Produktionsraum im ehemaligen Güterbahnhof Moabit, Berlin. Nach

Anspruch der Gestaltungsberatung ist es, in städtische Prozesse zu intervenieren, Bewohner und Betroffene zu Initiative und Handlung anzuregen sowie soziale und gestalterische Fragestellungen aufzuwerfen und zu bearbeiten. Die Gestaltungsberatung möchte Hilfestellung leisten für praktisches selbsttätiges Handeln und über eine Auseinandersetzung mit Fragen der Gestaltung die Entwicklung kollektiver Ansprüche und alternativer Vorstellungen des Städtischen anregen. Wir wollen als (werdende) Designer hierbei auch das erweiterte Potential von Design und damit seine gesellschaftliche Rolle und (stadt-)politische Bedeutung erforschen.

Mit dem Ziel aktiv die Schnittstelle von Stadtforschung und künstlerischen Formaten im öffentlichen Raum zu definieren und sich den Fragen nach einer Zukunft des Urbanen immer wieder neu zu stellen, versteht sich das ZK/U als Plattform für Experiment und Diskussion.
Es reagiert mit einem künstlerischen Diskurs auf die schnelle Entwicklung der Städte und den Wandel der sozialen Strukturen. Im Rahmen von zeitlich eingegrenzten Programmen werden Themenkomplexe interdisziplinär, künstlerisch und wissenschaftlich bearbeitet und über Projekte im öffentlichen Raum, im Gemeinraum, über regelmäßige Publikationen und einem differenzierten Internetarchiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In einer Gesellschaft des Überflusses und des leeren Materialismus der modernen Existenz, in der es immer mehr ein Problem darstellt, seine überschüssigen Besitztümer wieder loszuwerden, als neue zu erwerben, treffen wir oft auf das Problem:  „Wohin damit?“

Eine Givebox kann ein Ort des Tausches, des Verschenkens und des Loswerden darstellen. Sie ist da, wenn man sie braucht und benötigt nur gelegentlich einige helfende Hände, die sich ihrer annehmen – Ein Marktplatz der Möglichkeiten in jeder Hinsicht.

Durch den Bau einer “Givebox” wollten wir auch in Halle am August-Bebel-Platz eine Plattform schaffen, durch die ausrangierte Gegenstände nichtmehr weggeschmissen werden müssen, sondern vielmehr getauscht werden können, weil ein Anderer sie vielleicht noch gebrauchen kann. Wir haben einen Ort eröffnet, der Menschen erneut verbindet und das, indem wir konkret eine Alternative zur Wegwerfgesellschaft anbieten.

„Ich vergleiche das mit dem Sound einer Band – den kann man nicht Planen. Wir hatten das Glück, dass hier 6 Personen zusammengekommen sind, die magischer weise die selbe Idee hatten. Wir waren on the same page“

Wie baue ich eine Givebox?

Der Prozess und unsere Erfahrungen, in unserer eigenen Stadt eine Givebox zu bauen:

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Zuerst haben wir ein konkretes Konzept entwickelt, es visualisiert und sind damit an verschiedene Leute herangetreten, um herauszufinden:
Wer will uns unterstützen und woher kriegen wir eine Förderung?
Hat die Nachbarschaft Lust auf eine Givebox?
Sind potenziell Menschen in der Gegend unterwegs, die solche oder ähnliche Ideen begeistern?
Wo könnte ein guter Ort sein, wo soziales Umfeld und bauliche Gegebenheiten stimmen?

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Konzept in Form eines Pdfs an die Stadt und mögliche Fördermöglichkeiten geschickt - dann Förderung von 400€ über "Think Big" ergattert und grobe Zusage der Stadt bekommen.

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Dann haben wir uns einen schönen Tag ausgesucht, und unser Konzept auf den Punkt gebracht.
Unser Vorhaben: Wir wollten an dem Tag der Eröffnung gleichzeitig die Givebox anschrauben, einen Tauschtrödel zur Einleitung der Tauschidee & Einbindung ins soziale Umfeld veranstalten und mit Künstlern die Hauswand gestalten. Zeitgleich haben wir am Bauplan gearbeitet.

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Bürokratischen Kram über die Bühne bringen:
- Stadt anfragen, ob generelles Interesse oder Wohlwollen besteht
- Standortgenehmigung holen (Standortplan machen)
- Veranstaltungsgenehmigung für Trödel (Nö, vielleicht keine Dixieklos...)
- 80€ als Standortgenehmigungsgebühr bezahlen, obwohl die Stadt die Idee ganz gut fand

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Nach dem theoretischen Teil kam die Umsetzung:
- Material einkaufen
- Werkstatt finden und Bauer
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